Mit den letzten Sonnenstrahlen waren wir gestern im Twilight-Campground eingelaufen.

Der Campground war eine Wiese mit Schutzhütte und Toiletten.
Es war niemand da außer uns – dachten wir jedenfalls zunächst.
Wir kochten unsere letzte, noch verbliebene Suppe, türmten danach alles in der Schutzhütte auf und gingen schlafen.
Es dauerte nicht lange, dann klapperte es. Jemamd machte sich an dem Equipment, das wir in der Schutzhütte aufgetürmt hatten zu schaffen. Im Schein der Stirnlampe entpuppte sich der Jemand als Opossum. Okay, wir hätten die Töpfe doch wegräumen sollen.
Das lässt sich ja nachholen.
Ich packte den ganzem Kram aus der Schutzhütte in eine Plastiktüte und räumte es im Zelt unter die Apsis.
Jetzt sollte Ruhe sein. Augen zu und schlafen.
Nicht lange danach wurde ich aus dem Halbschlaf gerissen.
Jemand machte sich von außen am Zelt zu schaffen und fingerte unter der Apsis herum – das Opossum.
Also nochmals Stirnlampe aufsetzen, aus dem Zelt klettern und ein paar Worte mit dem Tier reden.
Es trollte sich ein wenig, als ich den Wanderstock nach ihm warf. Und als ich es verfolgte sprang es auf den nächsten Baum.
Offensichtlich war der Geruch der Kochtöpfe einfach zu verführerisch. Ich band sie daher unerreichbar hoch in das Dach der Schutzhütte. Mehr konnte ich nicht tun.
Mitten in der Nacht ahnte ich etwas neben mir. Ich öffnete die Augen und blickte direkt in die des Opossums.
Es war mehr ein Reflex, als eine bewusste Bewegung.
Ich war selbst genauso überrascht wie das Opossum.
Durch das Moskitonetz traf ich es mit der Faust direkt auf die Nase.
Jetzt war Ruhe.

Am nächsten Tag ließen wir es langsam angehen.
Es waren ja nur noch 12 Kilometer bis zum Cape Reinga.

Es sollten mit die schönsten Kilometer dieser Wanderung werden.
Schon das Wetter sah am Morgen über dem Twilight-Beach großartig aus.

Der Twilight-Beach bot zum Auftakt die gewohnte Strandwanderung. Dann ging es hoch in die Dünen. Die höchste Düne ist hier immerhin 159m hoch!

Am Weg lagen interessante Bodenformationen. Der feine Sandstein war mir einer halbzentimeter dicken Eisenoxidschicht durchzogen, die dort, wo sie an die Oberfläche trat, rostige Wannen bildete.

Auf dem Weg zur hohen Düne hatte man an diesem Tag eine sensationelle Sicht auf das Cape Maria van Diemen und das vorgelagerte Motuopao Island.

Dünenlandschaft wechselte sich ab mit

Wüstenlandschaft.

Von der hohen Düne herab dann der Blick zurück, woher wir kamen

und auf die letzte Bucht vor dem Cape Reinga.

Man kann sich gut vorstellen, warum den Maori dieses Land als heilig gilt.

Barfuß genossen wir den letzten Beach.

Dann ging es steil nochmals 100 Höhenmeter nach oben zum Leuchtturm.

Über einen Grat kam der Leuchtturm in Sicht.

Nur noch wenige Meter bis zum nördlichsten Punkt der Nordinsel.

Tief unten liegt das Sprungbrett für die Seelen der Verstorbenen.

Noch dreißig Meter.

Nach 8 Wochen wandern und circa 650 zurückgelegten Käjs sind wir da.

Ein Kommentar

  1. Toll, Toll,Toll, herzlichen Glückwunsch !!!
    So wie Ihr ausseht, hat das auch ganz schön Gewicht gekostet, oder ? Ab nach Thailand zum Aufpäppeln.

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